oder: Behördenmanagement
Wie die meisten von euch wissen, fange ich im April ja einen neuen Job an. Im Bauamt einer Gemeinde, im öffentlichen Dienst also. Am Mittwoch habe ich noch meine Steuerkarte dorthin geschickt und im Anschreiben gleich mitgeteilt, dass ich schwanger bin und wann mein letzter Arbeitstag sein wird… Eigentlich wäre mir eine persönliche Mitteilung lieber gewesen, aber das ging zeitlich leider nicht.
Eben dann kam der Anruf von der Gemeinde:
Herr B: “Hallo Frau Seelenpflaster! Wir haben heute Ihre Post bekommen!”
ich: [schluck] “Hallo Herr B.”
Herr B.: “Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch. Wie gehts Ihnen und dem Baby denn?”
ich: [Hab ich das jetzt richtig verstanden? Er gratuliert mir???] “Oh, vielen Dank, mir gehts gut und dem Baby bisher auch.”
Herr B.: “Na das klingt doch super. Machen Sie sich auf keinen Fall Gedanken, ist ja die natürlichste Sache der Welt…”
ich: “Ähämmm…” [mir fehlten echt die Worte]
Herr B.: “Nicht, dass Sie sich wundern, wir schalten jetzt eine Anzeige, dass wir eine Mutterschaftsvertetung für Sie suchen für die Dauer der Elternzeit…”
ich: “Deswegen habe ich Ihnen das ja auch gleich mitgeteilt.”
Herr B.: ” Dafür sind wir Ihnen auch sehr dankbar, Frau Seelenpflaster. So weitsichtig sind nicht viele.”
Das Telefonat ging noch ein paar Sätze weiter, aber ich bin jetzt noch völlig platt. Ich hätte mit vielerlei Reaktionen gerechnet, aber nicht damit. Ich brauch jetzt erstmal ein paar Minuten frische Luft… Behörden sind halt doch irgendwie anders gestrickt als private Unternehmen.